Landespokal 2001 – runde2

Thüringer Landespokal 2000/2001, Runde 2ESV Lok Meiningen - SC Gotha 1 : 3

Nach dem etwas glücklichen Erfolg in Runde 1 wartete in der aktuellen Runde der Thüringenligavertreter SC Gotha auf die Meininger. Gegen genau diese Mannschaft schied man im letzten Jahr sehr unglücklich aus. Wenn auch in diesem Jahr wieder nur Außenseiterchancen bestanden, brannten alle dennoch auf eine Revanche für das letztjährige Ausscheiden. Aus privaten und gesundheitlichen Gründen konnte Meiningen leider nicht in Bestbesetzung antreten. Siegfried Müller an Brett 1 mit Schwarz, Jan und Joachim Grube mit Weiß an den Brettern 2 und 3, sowie Vera Latka an 4 sollten nun die nötigen Punkte zusammen bekommen. Müller konnte die Angriffsbemühungen seines Gegners ziemlich gut kontrollieren und sich eine solide Stellung aufbauen. Jan Grube versuchte, sich trotz des Anzugsvorteils mit Weiß nicht zu offensiv zu orientieren, um nicht, wie sonst gerne praktiziert in einer aussichtsreichen und guten Stellung an Zeitnot wieder alle Vorteile preisgeben zu müssen. Sein erfahrener Gegenspieler sah das auch sogleich als Einladung an, nun seinerseits heftig die Initiative zu ergreifen. Joachim Grube und Vera Latka standen Ihren Gegenspielern respektvoll gegenüber und begannen ihre Partien recht passiv, was sich bald als sehr nachteilig herausstellen sollte. Nach zwei Stunden Spielzeit passierte das, was jeder gerne vermeiden möchte, manchmal aber doch nicht zu verhindern ist. Ein relativ harmloser Angriff des Gothaer Spitzenspielers wurde von Müller falsch berechnet und kostete eine Leichtfigur. Dieser Nachteil ist gegen einen solch erfahrenen Mann natürlich nicht wieder gut zu machen. Somit führte Gotha mit 1:0. Aufgrund der besonders hohen Wertigkeit des Spitzenbrettes mußte Lok zum Weiterkommen nunmehr 2 Punkte aus den restlichen 3 Partien holen. Es ist stets besonders schwierig, aus einer passiv angelegten Partie gegen einen nominell stärkeren Gegner einen Vorteil und einen vielversprechenden Angriff zu erhalten. Joachim Grube und Vera Latka mühten sich entsprechend. Grubes routinierter Gegenspieler konnte die dadurch eingegangenen Risiken geschickt zu seinen Gunsten nutzen und die Partie für sich entscheiden. Und wie bereits im Vorjahr kam das endgültige Aus für den ESV durch Gothas Nachwuchshoffnung an Brett 4, der mit geschicktem und für sein Alter auch bereits sehr abgeklärten Spiel die Partie für sich entscheiden konnte. Den Ehrenpunkt für Lok konnte letztendlich Jan Grube verbuchen. Durch seine ruhige und sichere Spielanlage hatte er im Gegensatz zu sonst nur wenig Bedenkzeit verbraucht. Sein nominell weit stärkerer Gegner wollte ihn mit einem nur unzureichend vorbereiteten Angriff schnell in die Schranken weisen. Grube jedoch nutzte in einer strategisch ausgezeichnet angelegten Partie die Schwächen des gegnerischen Königsflügels geschickt aus, inszenierte einen Bauernsturm, opferte schließlich einen Springer und konnte anschließend verdient die Gratulation seines deprimierten Gegenübers entgegennehmen. Das Fazit der Runde lautet schließlich: Auch im Pokal endet nicht jede Ansetzung mit einer Überraschung. Hier kam trotz tapferer Gegenwehr der Einheimischen der höherklassige Vertreter sicher weiter.

Alle Ergebnisse: VfL Gera II - MTV Saalfeld 3,5:0,5 Lok Meiningen - SC 1998 Gotha 1:3 Lok Sömmerda - TSV Plaue 2,5:1,5 SV Breitenworbis - SC Steinbach-Altersbach 4:0 Meuselwitzer SV - Randspringer Bad Salzungen 1,5:2,5 Medizin Erfurt - Jenapharm Jena 2:2 (5,5:4,5) SC Rennsteig - SG Barchfeld/Breitungen 0,5:3,5 SC Suhl war spielfrei

Peter Lehmann