Landespokal 2022
Thüringer Landespokal 2022, Runde 1
ESV Lok Meiningen - fuss brothers Jena 1 : 3
Nach zweijähriger Pause findet in 2022 endlich wieder der Thüringer Landespokal im Schach statt. Hierbei stellen die Vereine Mannschaften aus vier Spielern zusammen, die am jeweiligen Spieltag in nicht vordefinierter Aufstellung gegen den zugelosten Gegner antreten. Die Schachgöttin Caissa meinte es gut mit den Meiningern, wie schon zwei Mal in den letzten Jahren wurde ihnen mit den fuss brothers aus Jena ein absolutes Thüringer Spitzenteam zugelost. Versüßt wurde ihnen die Herausforderung durch das Heimrecht.
Da von vornherein klar war, ein Weiterkommen würde einem kleinen Wunder gleichkommen, stand es allen Spielern frei, ihre Partien ohne Mannschaftsorder nach eigenem Geschmack anzulegen.
Erik Rosenberg hatte am Spitzenbrett mit dem Internationalen Meister Machelett einen Gegner von Format vor sich. Schon in der Eröffnung gab es für ihn mit einer unbekannten Variante reichlich Gelegenheit, Drohungen zu parieren. Aber auch Webel (Brett 2), P. Lehmann (3) und der frischgebackene Thüringenmeister U14, Göpfert (4) wurden mit spielstärkeren Kontrahenten „beglückt“.
Erstaunlicherweise gelang es den Gastgebern, die Begegnung recht lange offen zu halten. Rosenberg fand längere Zeit die jeweils beste Erwiderung auf des Meisters Angriffsversuche, Webel bestimmte teilweise selbst das Geschehen. Lehmann lieferte sich mit seinem Kontrahenten ein Theorieduell, hier egalisierten sich die Optionen beider Seiten perfekt. Und da keiner von beiden einen Fehler einstreute, trennte man sich alsbald friedlich im Remis. Göpfert ärgerte seinen Gegner laufend. Dieser wollte sich offenbar gegen den Jugendlichen keine Blöße zeigen und spielte sehr vorsichtig. Somit blieb die Stellung ausgeglichen.
Durch verkürzte Bedenkzeit forcierten sich zur Mittagszeit die Begegnungen. An den beiden vorderen Brettern setzte sich die höhere Spielstärke der Gäste langsam durch, durch Stellungsvorteile erhöhte sich der Druck weiter. Göpfert dagegen konnte dank seiner unbekümmerten Spielweise den Gegner im Griff halten. Er lehnte sogar ein Remisangebot seines Gegenüber ab und versuchte, mit Risiko auf Gewinn zu spielen.
Schließlich mussten Rosenberg und Webel ihre Partien verloren geben. Dank des freundlichen Meisters aus Jena folgte sogar noch eine sehr lehrreiche Analyse der Begegnung am Spitzenbrett.
Für das Mannschaftergebnis lediglich Ergebniskorrektur, für den jungen Göpfert dagegen ein schöner Erfolg gegen einen starken Gegner, endete die letzte Begegnung schließlich auch noch im Unentschieden.
Das 1:3 stellt für die Meininger ein durchaus ehrenhaftes Ergebnis dar.