Meininger Open 2013

4. Meininger Open 2013

In der 4. Auflage der Meininger Open änderten die Gastgeber die Bedingungen etwas. Um die Qualität der Partien zu erhöhen, sollten die oftmals dramatisch ablaufenden Zeitnotduelle im Endstadium der Partien entschärft werden. Aus diesem Grund wurde die sogenannte Fischerbedenkzeit genutzt, in der jeder Spieler pro absolviertem Zug einen Zeitbonus erhält.

Elf Spieler waren dem Ruf gefolgt, darunter acht Meininger. Bemerkenswert, dass hier gleich drei Generationen der Familie Grube (Joachim, 63; Sohn Jan, 40 und Enkel Paul, 6). Klarer Favorit: Jürgen Albrecht aus Weimar. Minor (Eisenach), Grube (Junior), Dr. Hänisch und Jörges (alle MGN) wurde zumindest zugetraut, ihm den Turniersieg streitig zu machen. Zumindest Minor gelang dies vortrefflich, ein spannender Zweikampf nahm seinen Lauf. Die Spieler der Gastgeber konnten in den entscheidenden Duellen nicht punkten, Jörges konnte zwei Partien aus privaten Gründen gar nicht spielen. So kam es schließlich in Runde 4 zum Show Down, was allerdings keiner der Führenden gewinnen konnte. Somit musste letztendlich die Feinwertung entscheiden, so dass Minor den 1. Preis etwas glücklich, aber nicht unverdient entgegennehmen konnte. Im Rennen um Platz drei konnte Jan Grube am besten punkten.

Auch wenn nicht alle Blütenträume reifen konnten, hatten die Teilnehmer bei guten Bedingungen im kleinen Saal des Restaurants „Bombay“ viel Spaß beim entspannenden Turnier. Schade nur, dass der Meininger Nachwuchs die Chance für Turnierpraxis vor der Haustür fast komplett ungenutzt verstreichen ließ.

Und hier noch ein netter Artikel aus dem Wochenblatt (Titelseite), auch als Originallink Geniale Denkarbeit und Strategie auf 64 Feldern Wenn der König fällt: 4. Meininger Open ließ drei Tage lang die Köpfe der Schachspieler rauchen

MElNINGEN • Keine Rufe, keine Pfiffe, kein aufgeregtes Hin-und Herrennen. Vielinehr absolute Stille und das buchstäbliche Knistern von Denkarbeit in der Luft -das ist Schach, das Spiel der Könige.

Zu den 4. Meininger Open lud am vergangenen Wochenende die Abteilung Schach des ESV Lok Meiningen ein. Dem Ruf folgten insgesamt acht Schachspieler aus der eigenen Reihe und drei Denksportler aus Eisenach, Weimar und Benshausen. An acht Tischen wurde von Freitag bis Sonntag im Saal des Meininger Restaurants Bombay gekämpft. Dabei kam das Schweizer System zum Tragen, eine Turnierform, die vor allem beim Schachspiel verbreitet ist, prinzipiell aber bei allen Tutnieren mit Spielen zwischen zwei Personen oder Mannschaften möglich ist. Die Regel in Meiningen gestattete dabei beiden Spielern eine Zeit von 1,5 Stunden für insgesamt 40 Züge. Noch einmal 30 Minuten werden dann für jeden Spieler zusätzlich veranschlagt, nun müssen die Züge aber innerhalb von 30 Sekunden stattfinden. Ein psychologisches Ringen und viel Taktik innerhalb von guten fünf Stunden, die solch ein Spiel dauern kann. In erster Linie geht es n~türlich darum seinen Gegner Matt zu setzen, aber das nicht um jeden Preis. Wer ins Hintertreffen gerät, lässt seinen König schon einmal vorzeitig fallen, das spart Geisteskraft für die nächste Partie. Kraft und Mut musste auch der jüngste Schachspieler des Turniers aufbringen. Paul Grube stand mit erst sechs Jahren seinen Mann und landete sogar unter den besten zehn. Der 9. Platz für ihn zeigte, dass das Schachspielen seine Leidenschaft ist, kein Wunder, denn die Grubes spielen mit ihrem Spross bereits in der dritten Generation. Am Ende jedoch ging der Sieg in die Wartburgstadt. Viatcheslav Minor sicherte sich den Erfolg vor ]ürgen Albrecht aus Weimar und]an Grube vom ESV Lok Meiningen.

Gespielt wurde um das Startgeld, welches in vollem Umfang an die Erstplatzierten ausgezahlt wurde sowie um die Aufstockung der sogenannten Deutschen Wertungszahl (DWZ). Die Deutsche Wertungszahl ist eine Wertung im Schach, um die Spielstärke einzelner Spieler zu vergleichen. Bei einem Weltmeister liegt diese ungefähr bei etwa 2 800, im Vergleich dazu kommt Dr. Christoph Hänisch, Turnierleiter und ESV-Mitglied, auf satte 1 782 Zähler. (hel) Quelle: Thomas Helmrich, Redaktion Wochenspiegel

Kreuztabelle im Schweizer-System nach der 5. Runde

Nr.TeilnehmerTWZ1234567891011PunkteBuchh
1.Minor,Viatcheslav1892½11114.515.0
2.Albrecht,Jürgen2053½11114.511.5
3.Grube,Jan18630½1113.513.0
4.Hänisch,Christoph1782001113.012.5
5.Jörges,Frank1828½112.514.0
6.Grundei,Hans-Jürg1286000112.014.0
7.Grube,Joachim1534000112.012.5
8.Semisch,Helga1258000112.011.5
9.Grube,Paul757000½1.513.0
10.Eschweiler,Martin1580000½1.511.0
11.Henke,Marianne77300001.09.0

Fortschrittstabelle: Stand nach der 5. Runde (nach Rangliste)

Nr.TeilnehmerELONWZ12345PunkteBuchhSoBerg
1.Minor,Viatcheslav203018927s13w14s12w½8s14.515.012.75
2.Albrecht,Jürgen2239205310w19s16w11s½4w14.511.59.25
3.Grube,Jan188118636w11s09w15s½7w13.513.06.75
4.Hänisch,Christoph1898178211w110s11w07s12s03.012.53.50
5.Jörges,Frank192618288s13w½6w12.514.05.75
6.Grundei,Hans-Jürg12863s08w12s011w15s02.014.02.50
7.Grube,Joachim15341w011s110w14w03s02.012.51.50
8.Semisch,Helga157612585w06s011w19s11w02.011.51.50
9.Grube,Paul757+2w03s08w010s½1.513.02.50
10.Eschweiler,Martin180315802s04w07s0+9w½1.511.01.00
11.Henke,Marianne7734s07w08s06s0+1.09.00.00

Rangliste: Stand nach der 5. Runde

RangTeilnehmerTWZAtVerein/OrtLandSRVPunkteBuchhSoBerg
1.Minor,Viatcheslav1892SV WartburgstadGER4104.515.012.75
2.Albrecht,Jürgen2053SSV Vimaria 91GER4104.511.59.25
3.Grube,Jan1863ESV Lok MeiningGER3113.513.06.75
4.Hänisch,Christoph1782ESV Lok MeiningGER3023.012.53.50
5.Jörges,Frank1828ESV Lok MeiningGER2102.514.05.75
6.Grundei,Hans-Jürg1286ESV Lok Meining-2032.014.02.50
7.Grube,Joachim1534ESV Lok MeiningGER2032.012.51.50
8.Semisch,Helga1258WESV Lok MeiningGER2032.011.51.50
9.Grube,Paul757ESV Lok MeiningGER1131.513.02.50
10.Eschweiler,Martin1580TSV 1883 BenshaGER1131.511.01.00
11.Henke,Marianne773WESV Lok MeiningGER1041.09.00.00