Saisonarchiv › Saison 2021/2022

2018/19

 

Schach: Saison 2021/22, Spieltag 7

 

Bezirksliga Süd: ESV Lok Meiningen I – SC Wartburgstadt Eisenach  4 : 4

Bezirksklasse Süd: ESV Lok Meiningen II – SG Barchfeld/Breitungen III  1 : 3

 

Bezirksliga Süd:   7. Spieltag, 3. Spiel. Auch in der Schachbezirksliga hat Corona wieder alles durcheinandergebracht. Doch anders als 2021 besteht in diesem Jahr die Hoffnung, die Saison auch beenden zu können. Für die Meininger Schachspieler lebt also die Hoffnung weiter, wieder in die Landesklasse zurückkehren zu können. Allerdings standen vor dem Duell gegen Angstgegner Eisenach ein derzeit in allen Lebensbereichen präsentes Thema auf der Tagesordnung: Personalprobleme. Zwei berufliche Abwesenheiten und zwei Coronafälle bedeuten den Ausfall gleich der Hälfte des Stammpersonals. Da aber auch bei den Ersatzleuten mehrere Ausfälle zu verzeichnen waren, entschied die Mannschaftsleitung, das Fehlen des Spitzenbrettes nicht auszugleichen, sondern nur mit sieben Spielern anzutreten, dafür würden sich die Bretter zwei bis 6 nominell auf Augenhöhe mit den Gegnern aus der Wartburgstadt befinden. Somit musste der Eisenacher Spitzenspieler Minor zuschauen, konnte sich aber mit dem Führungspunkt trösten. Für die Gastgeber bedeute der Start natürlich, hier mit erhöhtem Risiko auf einen möglichen Gewinn zu spielen.

Diese Überlegung hatte auch P. Lehmann im Hinterkopf, als er frühzeitig am 2. Brett mit einem Einschlag auf dem berüchtigten Feld b7 den gegnerischen Damenflügel attacktierte. Und tatsächlich, die gegnerische Bauernstruktur konnte nachhaltig geschwächt werden. Der junge Göpfert (Brett 3) entwickelte sich lehrbuchmäßig, eine ausgeglichene Partie nahm ihren Verlauf. Ähnlich wie Grube sen. (Br. 4), auch hier konnte vorerst keine Seite einen Vorteil erzielen. Wesentlich munterer verlief die Partie von Webel (Br. 5). Beide Kontrahenten hatten eine recht offensive Eröffnung gewählt, beide Seiten konzentrierten sich auf die Angriffspunkte der Gegenseite. Sehr ausgeglichen dagegen verlief der Start der Partie von Dr. Rasch (Br. 6). Nach frühzeitigem Abtausch meldeten die beiden Kontrahenten bereits nach nur eine Stunde Spielzeit die Punkteteilung. Einen schweren Stand von Beginn an hatte Grube Junior (Br. 7). Sein höher eingestufter Gegner ließ von Beginn an keinen Zweifel an seinen Ambitionen. Im Duell der Generationen hatte es Nestor Oleak mit einem jungen, starken Nachwuchsspieler zu tun. Der Jugendliche griff zügig an, doch der Meininger konnte gut dagegenhalten.

In den nächsten zwei Stunden schien sich vieles zu Ungunsten der Gastgeber zu entwickeln. Lehmann, der inzwischen soliden Vorteil hatte, zog etwas zu schnell und verlor damit einen wichtigen Bauern. Die vermeintlich schon entschiedene Partie eröffnete dem Eisenacher wieder Hoffnung. Noch schlechter erging es den hinteren Brettern der Meininger. Oleak wählte den falschen Abtausch und kam in einen schweren Gegenangriff. Die Situation erschien aussichtslos, Oleak kapitulierte. Spätere Analysen ergaben allerdings, dass die Situation tatsächlich nicht so aussichtslos war, wie gedacht. Als kurz danach auch noch Grube Jun. aufgeben musste, stand es 0,5:3,5.

Doch die Meininger kämpften. Einen ersten Lichtblick lieferte Webel. Zwar konnte er nicht gewinnen, da sich beide Kontrahenten in der finalen Stellung gegenseitig paralysierten, doch das stark herausgespielte Unentschieden stellte tatsächlich den Wendepunkt in der Begegnung dar. Kurze Zeit später konnte Lehmann gegen seinen sich stark wehrenden Kontrahenten das entscheidende Material und damit die Partie gewinnen.

Dennoch schien zu diesem Zeitpunkt ein möglicher Mannschaftspunktgewinn noch recht unrealistisch.

Beide noch offenen Partien standen recht ausgeglichen. Während sich schon einige Mannschaftskameraden das Mittagessen schmecken ließen, grübelten die verbliebenen Spieler noch zwei weitere Stunden, um das unmöglich Erscheinende vielleicht doch noch möglich zu machen.

Und tatsächlich, nach über fünf Stunden Spielzeit konnte sich der erst 12-jährige Gregor Göpfert über einen tollen Erfolg im bisher längsten Spiel seiner noch jungen Schachkarriere freuen.

Noch eine halbe Stunde länger brauchte dann Grube bis zum Ende der Partie. In einem langen Endspiel mit vielen Springermanövern fand er die besseren Züge als sein erschöpfter Kontrahent und stellte damit den von den Meiningern umjubelten Endstand von 4:4 sicher.

Mit diesem Coup wahrte sich der ESV die Chance, aus eigener Kraft den begehrten Bezirksmeistertitel zu erringen.

 

Bezirksklasse Süd: Aufgrund des akuten Personalmangels kamen hier die Jüngsten zum Einsatz. Während Anna Grube einen Freipunkt bekam, konnten Emil Kilian, David Hald und Martha Göpfert zeigen, wie ein guter Start in die Partie mit entwickelten Figuren, einem durch die Rochade gesicherten König und ein besetztes Zentrum zeigen, dass hier gute Voraussetzungen für spätere Erfolge gelegt sind, während es hier noch nicht zu Zählbarem reichte.