Schach: Saison 2021/22, Spieltag 7
Bezirksliga Süd: ESV Lok Meiningen I – SC
Wartburgstadt Eisenach 4
: 4
Bezirksklasse Süd: ESV Lok Meiningen II – SG
Barchfeld/Breitungen
III 1 : 3
Bezirksliga Süd:
7. Spieltag,
3. Spiel. Auch in der
Schachbezirksliga hat Corona wieder alles
durcheinandergebracht. Doch anders
als 2021 besteht in diesem Jahr die Hoffnung, die Saison auch
beenden zu
können. Für die Meininger Schachspieler lebt also die Hoffnung
weiter, wieder
in die Landesklasse zurückkehren zu können. Allerdings standen
vor dem Duell
gegen Angstgegner Eisenach ein derzeit in allen
Lebensbereichen präsentes Thema
auf der Tagesordnung: Personalprobleme. Zwei berufliche
Abwesenheiten und zwei
Coronafälle bedeuten den Ausfall gleich der Hälfte des
Stammpersonals. Da aber
auch bei den Ersatzleuten mehrere Ausfälle zu verzeichnen
waren, entschied die
Mannschaftsleitung, das Fehlen des Spitzenbrettes nicht
auszugleichen, sondern
nur mit sieben Spielern anzutreten, dafür würden sich die
Bretter zwei bis 6
nominell auf Augenhöhe mit den Gegnern aus der Wartburgstadt
befinden. Somit
musste der Eisenacher Spitzenspieler Minor zuschauen, konnte
sich aber mit dem
Führungspunkt trösten. Für die Gastgeber bedeute der Start
natürlich, hier mit
erhöhtem Risiko auf einen möglichen Gewinn zu spielen.
Diese
Überlegung hatte auch
P. Lehmann im Hinterkopf, als er frühzeitig am 2. Brett mit
einem Einschlag auf
dem berüchtigten Feld b7 den gegnerischen Damenflügel
attacktierte. Und
tatsächlich, die gegnerische Bauernstruktur konnte nachhaltig
geschwächt
werden. Der junge Göpfert (Brett 3) entwickelte sich lehrbuchmäßig,
eine ausgeglichene
Partie nahm ihren Verlauf. Ähnlich wie Grube sen. (Br. 4),
auch hier konnte
vorerst keine Seite einen Vorteil erzielen. Wesentlich
munterer verlief die
Partie von Webel (Br. 5). Beide Kontrahenten hatten eine recht
offensive
Eröffnung gewählt, beide Seiten konzentrierten sich auf die
Angriffspunkte der
Gegenseite. Sehr ausgeglichen dagegen verlief der Start der
Partie von Dr.
Rasch (Br. 6). Nach frühzeitigem Abtausch meldeten die beiden
Kontrahenten
bereits nach nur eine Stunde Spielzeit die Punkteteilung.
Einen schweren Stand
von Beginn an hatte Grube Junior (Br. 7). Sein höher
eingestufter Gegner ließ
von Beginn an keinen Zweifel an seinen Ambitionen. Im Duell
der Generationen
hatte es Nestor Oleak mit einem jungen, starken
Nachwuchsspieler zu tun. Der
Jugendliche griff zügig an, doch der Meininger konnte gut
dagegenhalten.
In
den nächsten zwei Stunden schien sich vieles zu Ungunsten der
Gastgeber zu
entwickeln. Lehmann, der inzwischen soliden Vorteil hatte, zog
etwas zu schnell
und verlor damit einen wichtigen Bauern. Die vermeintlich
schon entschiedene
Partie eröffnete dem Eisenacher wieder Hoffnung. Noch
schlechter erging es den
hinteren Brettern der Meininger. Oleak wählte den falschen
Abtausch und kam in
einen schweren Gegenangriff. Die Situation erschien
aussichtslos, Oleak
kapitulierte. Spätere Analysen ergaben allerdings, dass die
Situation
tatsächlich nicht so aussichtslos war, wie gedacht. Als kurz
danach auch noch
Grube Jun. aufgeben musste, stand es 0,5:3,5.
Doch
die Meininger kämpften. Einen ersten Lichtblick lieferte
Webel. Zwar konnte er
nicht gewinnen, da sich beide Kontrahenten in der finalen
Stellung gegenseitig
paralysierten, doch das stark herausgespielte Unentschieden
stellte tatsächlich
den Wendepunkt in der Begegnung dar. Kurze Zeit später konnte
Lehmann gegen
seinen sich stark wehrenden Kontrahenten das entscheidende
Material und damit
die Partie gewinnen.
Dennoch
schien zu diesem Zeitpunkt ein möglicher
Mannschaftspunktgewinn noch recht
unrealistisch.
Beide
noch offenen Partien standen recht ausgeglichen. Während sich
schon einige
Mannschaftskameraden das Mittagessen schmecken ließen,
grübelten die
verbliebenen Spieler noch zwei weitere Stunden, um das
unmöglich Erscheinende vielleicht
doch noch möglich zu machen.
Und
tatsächlich, nach über fünf Stunden Spielzeit konnte sich der
erst 12-jährige
Gregor Göpfert über einen tollen Erfolg im bisher längsten
Spiel seiner noch
jungen Schachkarriere freuen.
Noch
eine halbe Stunde länger brauchte dann Grube bis zum Ende der
Partie. In einem
langen Endspiel mit vielen Springermanövern fand er die
besseren Züge als sein
erschöpfter Kontrahent und stellte damit den von den
Meiningern umjubelten
Endstand von 4:4 sicher.
Mit
diesem Coup wahrte sich der ESV die Chance, aus eigener Kraft
den begehrten Bezirksmeistertitel
zu erringen.
Bezirksklasse Süd: Aufgrund des
akuten
Personalmangels kamen hier die Jüngsten zum Einsatz. Während
Anna Grube einen
Freipunkt bekam, konnten Emil Kilian, David Hald und Martha
Göpfert zeigen, wie
ein guter Start in die Partie mit entwickelten Figuren, einem
durch die Rochade
gesicherten König und ein besetztes Zentrum zeigen, dass hier
gute
Voraussetzungen für spätere Erfolge gelegt sind, während es
hier noch nicht zu
Zählbarem reichte.